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Sonntag, 13. Februar 2005
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Judenhass hat viele Gesichter
Dass Jerusalem als Hauptstadt Israels im Brennpunkt des arabischen bzw.
moslemischen Zorns und Hasses liegt, macht weltweit Schlagzeilen, wenn
Palästinenser Selbstmordterroranschläge verüben und den Heiligen Krieg
ausrufen, um Jerusalem aus den Händen der Juden zu befreien.
Als der neue PLO-Chef Mahmoud Abbas die Palästinenser aufforderte, den Terror gegen Israel
einzustellen, erklärte er in derselben Rede, dass sie dafür auf dem
Verhandlungsweg Herr über Jerusalem werden wollen.
Die Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad wollen sich aber gar
nicht erst auf Verhandlungen mit Israel einlassen, sondern „Jerusalem mit dem
Schwert Mohammeds erobern, so dass kein Jude in ganz Palästina mehr am Leben
bleibt, um mit den abgeschlagenen Köpfen der Juden eine Pyramide über Arafats
Grab zu errichten“ (Hamas-Sprecher Abu Zuhari, am 17.12.2004).
Wenn Christen solche grausamen Hassparolen extremer Moslems gegen Juden hören,
schütteln sie mit Abscheu den Kopf. Doch sind die Christen selber gänzlich
frei vom Judenhass? Schwelt nicht in vielen Christen, ja selbst in so genannten
Israelfreunden, ein gewisser Antijudaismus?
Natürlich würden Christen heute keine blutigen Judenverfolgungen wie im
Mittelalter mehr durchführen. Ob sie jedoch etwas dagegen unternehmen würden,
ist fraglich, denn wo waren all jene – mit Ausnahme Einzelner – die während
des Holocaustes versuchten, den Millionenfachen grausamen Judenmord zu
verhindern?
Es ist lobenswert, dass Christen sich auf die Seite Israels stellen, weil sie in
der Wiederentstehung des Staates Israel die Erfüllung biblischer Verheißungen
sehen und sich daher mutig gegen den Antizionismus äußern. Inwieweit hier
Eigennutz im Spiel ist, kann man nicht genau eruieren, denn schließlich ist die
in der Bibel verheißene Heimkehr der Juden nach Zion sowie die Urbarmachung der
Wüste
„Ich, der HErr, will euch (Israel) aus den Nationen herausholen und aus allen
Ländern sammeln und euch in euer Land zurückbringen damit man alsdann sagen
wird: Dieses verwüstete Land ist wie ein Garten Eden geworden und die
zertrümmerten Städte sind wohlbefestigt und bewohnt“ (Hes. 36,24 u. 25)
ein Beweis dafür, dass die Bibel Gottes Wort ist, wodurch auch die Aussagen,
die für den christlichen Glauben wichtig sind, bestätigt werden.
Dass bewusste Christen den Holocaust und den neuzeitlichen antiisraelischen
Terror verurteilen, steht fest. Inwieweit sie jedoch noch einen latenten
Antijudaismus pflegen, sollte man prüfen, denn man findet selbst bei erklärten
Israelfreunden oft noch eine gewisse Ablehnung gegen Juden, da sie fast nur
einen Blick für die negativen Seiten der Juden haben.
Es gehört zum Muss mancher christlicher Medien, um – wie sie sagen – ein
ausgewogenes Bild zu vermitteln, das Negative der Juden zu bringen, was sie oft
mit Nachdruck tun. Die selben Blätter aber verherrlichen die messianischen
Juden als wären sie unfehlbar. Wer dagegen etwas über die Streitereien und
Unregelmäßigkeiten der messianischen Gemeinden sagt, gilt als Nestbeschmutzer.
Gegenüber den negativen Seiten der messianischen Juden verschließt man die
Augen. Weil solche Medien nur über das Positive der messianischen Juden
berichten und zur gleichen Zeit immer wieder die negativen Seiten der Juden
hervorheben, drängt sich die Frage auf, ob hier nicht ein unbewusster bis
bewusster Antijudaismus das Sagen hat – und das selbst bei Christen, die sich
gegen den Antisemitismus und den Antizionismus stark machen.
Natürlich gehört es zu einer objektiven Berichterstattung, auch die negativen
Seiten zu bringen. Das aber darf nicht einseitig geschehen, sondern muss – um
wirklich objektiv zu sein – über beide Seiten gesagt werden. Wer den blutigen
Hass der Moslems gegen Israel verurteilt, muss wissen, dass der religiöse
Antijudaismus die Wurzel des Antisemitismus und damit des politischen
Antizionismus ist. Man sollte sich der Zusage Gottes bewusst sein: „Ich will
die gesamte Nachkommenschaft Israels nicht verwerfen wegen alles dessen, was sie
begangen haben“ (Jeremia 31,35-37).
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