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Mittwoch, 20. Februar 2008
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Israel, Erdöl & Zarathustra
Nicht die iranische atomare Bedrohung Israels macht der Welt ernsthafte Sorgen,
sondern eine mögliche Blockade der Straße von Hormus, einer der
wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Die Iraner, die täglich 2,5 Millionen
Barrel Erdöl exportieren (5 % des Weltrohölhandels), würden bei Kriegsausbruch
nicht nur den Ölhahn zudrehen, sondern auch diese für den Transport überaus
wichtige Wasserstraße sperren.
Die Straße von Hormus am Persischen Golf ist das wichtigste Nadelöhr für den
Ölexport nach Asien, Nordamerika und Westeuropa. Die Supertanker passieren mit
täglich 17 Mio. Barrel (2,7 Mrd. Liter) die schmale Meeresenge, eine riesige
Geldschleuse für 800 Millionen Dollar täglich. Hormus ist eine kahle
Felseninsel in der Meeresenge, die nach Ahura Mazda, der wichtigsten Figur im
Zarathustrismus (1800 v. Chr.) benannt wurde. Ahura Mazda heißt auf
mittelpersisch Ormus, „Herr der Weisheit“, und ist im Zarathustrismus der
Schöpfergott. Bei einem Kriegsausbruch mit dem Iran könnte israelischen
Energieexperten zufolge eine weltweite Wirtschaftskrise ausbrechen.
Wegen des angedrohten US?Angriffs auf Iran befürchtete man bereits 2006/2007
eine Schließung der Meeresenge durch iranische Mittelstreckenraketen des Typs
Shahab?3. Zur Erinnerung: Während des irakisch-iranischen Krieges wurden 554
Öltanker bei der Durchfahrt der Hormus-Meeresenge von Raketen in Brand
geschossen. Anfang Januar 2008 ist in der Straße von Hormus im letzten
Moment ein Schusswechsel zwischen amerikanischen Schiffen und fünf Schnellbooten
der iranischen Revolutionswächter nur knapp vermieden worden. Irans Ölminister
Golamhossein Nosari hat angekündigt, dass sein Land im Notfall das Öl als Waffe
einsetzen werde, sollten die Interessen des Iran verletzt werden. „Falls unser
Land angegriffen wird, setzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein,
um jede Attacke abzuwehren. Dazu gehört auch der Ölboykott. Die Welt ist auf die
ununterbrochene Energieversorgung angewiesen. Daher gehen wir nicht davon aus,
dass der Westen eine unvernünftige Entscheidung trifft.“
Im Jahr 2005 stand der Iran mit 200 Millionen Tonnen gefördertem Erdöl an
vierter Stelle. Nach eigenen Angaben verfügt der Iran über Erdölreserven von
über 18 Milliarden Tonnen und steht damit an dritter Stelle der Lieferanten mit
den reichsten Erdölvorkommen.
30 % des Weltölverbrauchs muss durch die Straße von Hormus gebracht
werden. Der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen im Persischen Golf
(Kuwait, Bahrain, Irak, Vereinigte Arabische Emirate, Iran und Saudi-Arabien)
ist auf die Route angewiesen.
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