Montag, 6. September 2010




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Politik
Mittwoch, 20. Februar 2008
Israel, Erdöl & Zarathustra
Nicht die iranische atomare Bedrohung Israels macht der Welt ernsthafte Sorgen, sondern eine mögliche Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Die Iraner, die täglich 2,5 Millionen Barrel Erdöl exportieren (5 % des Weltrohölhandels), würden bei Kriegsausbruch nicht nur den Ölhahn zudrehen, sondern auch diese für den Transport überaus wichtige Wasserstraße sperren.

Die Straße von Hormus am Persischen Golf ist das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport nach Asien, Nordamerika und Westeuropa. Die Supertanker passieren mit täglich 17 Mio. Barrel (2,7 Mrd. Liter) die schmale Meeresenge, eine riesige Geldschleuse für 800 Millionen Dollar täglich. Hormus ist eine kahle Felseninsel in der Meeresenge, die nach Ahura Mazda, der wichtigsten Figur im Zarathustrismus (1800 v. Chr.) benannt wurde. Ahura Mazda heißt auf mittelpersisch Ormus, „Herr der Weisheit“, und ist im Zarathustrismus der Schöpfergott. Bei einem Kriegsausbruch mit dem Iran könnte israelischen Energieexperten zufolge eine weltweite Wirtschaftskrise ausbrechen.

Wegen des angedrohten US?Angriffs auf Iran befürchtete man bereits 2006/2007 eine Schließung der Meeresenge durch iranische Mittelstreckenraketen des Typs Shahab?3. Zur Erinnerung: Während des irakisch-iranischen Krieges wurden 554 Öltanker bei der Durchfahrt der Hormus-Meeresenge von Raketen in Brand geschossen. Anfang Januar 2008 ist in der Straße von Hormus im letzten Moment ein Schusswechsel zwischen amerikanischen Schiffen und fünf Schnellbooten der iranischen Revolutionswächter nur knapp vermieden worden. Irans Ölminister Golamhossein Nosari hat angekündigt, dass sein Land im Notfall das Öl als Waffe einsetzen werde, sollten die Interessen des Iran verletzt werden. „Falls unser Land angegriffen wird, setzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel ein, um jede Attacke abzuwehren. Dazu gehört auch der Ölboykott. Die Welt ist auf die ununterbrochene Energieversorgung angewiesen. Daher gehen wir nicht davon aus, dass der Westen eine unvernünftige Entscheidung trifft.“

Im Jahr 2005 stand der Iran mit 200 Millionen Tonnen gefördertem Erdöl an vierter Stelle. Nach eigenen Angaben verfügt der Iran über Erdölreserven von über 18 Milliarden Tonnen und steht damit an dritter Stelle der Lieferanten mit den reichsten Erdölvorkommen.

30 % des Weltölverbrauchs muss durch die Straße von Hormus gebracht werden. Der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen im Persischen Golf (Kuwait, Bahrain, Irak, Vereinigte Arabische Emirate, Iran und Saudi-Arabien) ist auf die Route angewiesen.

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